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Geschichte grafisch dargestellt Kantone Sprachregionen

Beginn der Eidgenossenschaft

Im 13. Jahrhundert wird der Gotthardpass durch den Bau der Teufelsbrücke zu einer Handelsstrasse, und zu einem wichtigen politischen Faktor. Besonders die Habsburger, die bereits mit Zürich und Aargau die wesentlichen Zugänge beherrschen, sind an der Kontrolle dieses Übergangs sehr interessiert.
Die Waldstätte Uri und Schwyz holen sich aber im 13. Jahrhundert Freiheitsbriefe von Friedrich II., die ihnen die Reichsunmittelbarkeit mit weitgehender Selbstverwaltung durch einen Landammann zusichern. 1273 wird Rudolf I. von Habsburg deutscher König. Er setzt in den Waldstätten Vögte ein, offiziell als Gerichtsvertreter für den Kaiser, de facto als Interessenvertreter für das Haus Habsburg. Er plante auch, seinem Sohn Albrecht das Herzogtum Schwaben (einschließlich dem Gotthard) als erbliches Herzogtum zu übertragen - womit die reichsfreien Gebiete dort natürlich nicht mehr reichsfrei gewesen wären.
Das führt zum Bundesschluss vom 1. August 1291: Die Waldstätte (Orte) Uri, Schwyz und Unterwalden schließen, der Legende nach auf dem Rütli, einen Ewigen Bund. Der schriftliche Bundesbrief ist erhalten und befindet sich im Bundesbriefarchiv in Schwyz. Etwa zur gleichen Zeit werden die habsburgischen Vögte vertrieben.
1292 Rudolfs Sohn Albrecht bestätigt die Freiheitsbriefe nicht.
1315 will Leopold I. von Österreich Habsburgischen Machtanspruch in der Innerschweiz durchsetzen. Sein gepanzertes Ritterheer gerät jedoch in einen Hinterhalt der Eidgenossen und wird in der Schlacht bei Morgarten fast vollständig vernichtet.

Der Schweizer Bundesstaat 1845

Nach einer fortlaufenden Polarisierung zwischen liberalen (mehrheitlich städtisch-reformierten) und konservativen (mehrheitlich ländlich-katholischen) Kantonen schließen sich die katholischen Orte Luzern, Uri, Schwyz, Unterwalden, Zug, Freiburg und Wallis zum Sonderbund zusammen. 1847 (November): Der Antagonismus zwischen den katholischen und reformierten Kantonen führt zum Sonderbundskrieg. Der Sonderbund wird schließlich nach militärischen Auseinandersetzungen unter General Henri Dufour beendet. 1847 (9. August): Die erste Eisenbahnlinie der Schweiz zwischen den Städten Zürich und Baden wird eröffnet.

Die Acht Alten Orte

Um seine Selbständigkeit gegenüber Habsburg zu wahren, schließt sich Luzern 1332 dem Bund der Waldstätte an.
In Zürich bekommt Bürgermeister Rudolf Brun nach der Zunftrevolution Schwierigkeiten mit dem Habsburgischen Rapperswil, wo sich die vertriebenen Adligen und Handelsherren festgesetzt haben und löst sie 1351 durch ein Bündnis mit den Waldstätten.
Auch Glarus suchte den Beitritt zur Eidgenossenschaft, um dem Habsburger Druck zu widerstehen, bekam jedoch 1352 nur einen Beitritt als Zweitklass-Eidgenosse.
Zug war der Habsburgische Handelsumschlagsplatz auf der Gotthardroute und nach dem Beitritt Zürichs zur Eidgenossenschaft ein ziemliches Hindernis. Die Stadt Zug war habsburgisch gesinnt, das Amt Zug (die Umgebung) hatte starke Sympathien für die Eidgenossen. Nach einer Belagerung wurde Zug eingenommen, und dann 1352 Stadt und Amt in den Bund der Eidgenossen aufgenommen.
1353 schloss auch Bern einen "ewigen Bund" mit den Waldstätten.
Das resultierende Gebilde wird als die Acht Alten Orte bezeichnet. Es handelt sich allerdings nicht einen Staatenbund sondern eher um ein Konglomerat von Bündnissen der einzelnen Partner untereinander.
Die nächste Auseinandersetzung mit den Habsburgern erfolgte 1386: Leopold III. von Österreich wird bei Sempach in offener Feldschlacht von den Eidgenossen besiegt (nach der Legende aufgrund des Heldentods von Arnold von Winkelried).
Innerhalb der Eidgenossenschaft kommt es 1449-1450 zum Alten Zürichkrieg, weil sich Zürich und Schwyz um die vom letzten Grafen von Toggenburg hinterlassenen Ländereien am oberen Zürichsee streiten. Bei Sankt Jakob an der Birs wird eine Minderheit von Schweizern durch das französische Heer aufgerieben, jedoch nach so starker Gegenwehr, dass die Franzosen auf einen Weitermarsch verzichten.
Von 1474-1478 setzten sich die Eidgenossen in den Burgunderkriegen mit Herzog Karl dem Kühnen von Burgund auseinander.
Kurzfassung: Karl der Kühne verlor bei Grandson das Gut, bei Murten den Mut, bei Nancy das Blut.
Nachdem die Berner die savoyische Waadt, die zu Burgund gehörte, erobert hatten, unternahm Karl der Kühne einen Feldzug. Nach der Belagerung von Grandson wird er am 2. März 1476 in der Schlacht bei Grandson am Neuenburgersee in die Flucht geschlagen. Die Eidgenossen erbeuten nicht nur Hunderte von Geschützen sondern auch das Lager des Herzogs, der als damals reichster europäischer Fürst auch im Feld nicht auf prunkvolle Hofhaltung verzichtete. Die für Schweizer Verhältnisse unermesslich große Burgunderbeute brachte in der Folge die sozialen Verhältnisse ins Wanken. Wenige Monate später belagerte Karl die Stadt Murten, wo sein Söldnerheer 22. Juni 1476 in der Schlacht bei Murten von den Eidgenossen aufgerieben wurde. Im nächsten Jahr kamen die Eidgenossen dem befreundeten Herzog von Lothringen zu Hilfe. Karl der Kühne fällt am 5. Januar 1477 in der Schlacht bei Nancy.
Eine wesentliche Folge der Burgunderkriege war, dass die Siege von Grandson und Murten gegen eine militärische Großmacht die Fürsten Europas veranlassten, die erfolgreichen Eidgenossen als Söldner zu werben. Gleichzeitig verschob sich das Kräftegleichgewicht zugunsten der Städte. Eine schwere Krise entstand, als die zwei Städte Freiburg im Üchtland und Solothurn, die in den Burgunderkriegen auf der Seite der Eidgenossen gekämpft hatten, ebenfalls Aufnahme in den Bund forderten. Beim Stanser Verkommnis kam es durch die Vermittlung von Nikolaus von Flüe in letzter Minute zu einer Einigung.

Die Dreizehn Alten Orte
1499
Nach dem Schwabenkrieg erhalten die Eidgenossen ("Oberdeutscher Bund") von Maximilian I. auch de facto die Unabhängigkeit vom Heiligen Römischen Reich. Mit dem Beitritt von Solothurn und Freiburg (1481), Basel und Schaffhausen (1501), und Appenzell (1513) erweitert sich die Eidgenossenschaft auf Dreizehn Alte Orte. Die Waadt wird erobert, Lugano und Locarno werden dem Bund ebenfalls angeschlossen. Dazu kommen als Verbündete die Städte St. Gallen, Biel, Rottweil, Mülhausen und Genf, die Abtei St. Gallen und Neuenburg. 1506: Papst Julius II. errichtet die Schweizergarde (Cohors Helvetica), die bis heute die eigentliche Armee des Vatikans darstellt.

1513
Höhepunkt der eidgenössischen Militärmacht. Die Eidgenossen sind sogar Schutzherren des Herzogs von Mailand.

1515
Nach der Schlacht bei Marignano schließen die Eidgenossen Frieden mit Franz I. von Frankreich, verzichten auf weitere militärische Interventionen in Italien und erklärten sich für neutral. Als Söldner kämpfen Schweizer (besonders aus den katholischen Kantonen) jedoch bis zur französischen Revolution weiter in fremden Kriegsdiensten.